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Erster Enerchain Workshop zum Einsatz der Blockchain im Energiehandel

Am 21.-22. Februar 2017 hat PONTON den ersten Enerchain Workshop in Berlin veranstaltet. Als Lokation diente das "Unicorn" - ein Co-Working Space für Start-Ups im Zentrum der Berliner Blockchain-Szene.

Thema des Workshops war, praktische Anwendungen der Blockchain-Technologie im Bereich Energiehandel zu erörtern. Um eine kritische Masse zu erreichen, war die Teilnahme auf solche Teilnehmer beschränkt, die Energie in Europa erzeugen oder handeln. Aus diesen Bereichen brachten über 50 Experten ihr jeweiliges Wissen ein. Sie vertraten Unternehmen aus zehn europäischen Ländern, von denen die meisten zu den führenden EVUs ihrer Länder gehören. Die persönliche Expertise der Teilnehmer reichte von der Unternehmensstrategie über Geschäftsentwicklung, Front-Office, Back-Office, Compliance, IT bis Legal.

Als Keynote Speaker war Kirsten Hasberg eingeladen, die einen fulminanten Vortrag dazu ablieferte, wie die Blockchain-Technologie durch eine dramatische Reduktion der Transaktionskosten den Handel auf kleine und kleinste Marktteilnehmer ausweiten kann. Dies wiederum disrumpiert die heutigen Disruptoren. Entsprechend ihrem Motto der Energy Democracy und indem sie Uber und AirBnB als zentralisiete Gegenbeispiele nutzte, wie eine Disruption nur auf halbem Wege stattfindet, zeigte Kirsten auf, wie die Macht über die Netze in den Händen der Marktteilnehmer bleiben kann.

Michael Merz, Geschäftsführer von PONTON, präsentierte das Tool Enerchain, über das das bereits auf der EMART in Amsterdam der erste Energie-Trade Europas über die Blockchain durchgeführt wurde.

Moritz Muck inspirierte mit seinem Vortrag zu einer Diskussion über rechliche und regulatorische Fragen rund um das Thema Blockchain. Es wurde zudem allen Teilnehmern deutlich, dass "Smart Contracts" weder schlau noch Verträge sind. Weitere Sprecher von ENEL, Priogen und RWE teilten ihre Ansicht zu Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie und den Status ihrer jeweiligen Aktivitäten in diesem Bereich.

Der größte Teil des zweitägigen Workshops war im Sinne des "Open Space" Formats organisiert, bei dem Teilnehmer selbst die zu erörternde Fragen stellen und diese in informellen Gruppendiskussionen zu beantworten versuchen. In diesen Sitzungen wurden sämtliche Phasen des Energiehandels diskutiert. Vom kostengünstigen Handel über die Optimierung der Abwicklung, heutigen und zukünftigen Prozessen des direkten Handels zwischen Produzenten und Verbrauchern bis hin zu deren Umsetzung vom lokalen Netz bis zum Großhandel. 

In den eher technisch orientierten Sitzungen lag der Fokus auf verfügbaren Blockchain-Technologien, deren Reifegrad und zukünftigen Entwicklungen und wie Geschäftsprozesse unabhängig von den unterschiedlichen Blockchain-Implementierungen gehalten werden können. Schließlich lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Definition nächster Schritte und wie die eingesetzte Bewegung auch auf weitere Marktteilnehmer erweitert werden kann.

Die Teilnehmer zeigten eine große Motivation das Thema "Blockchain im Energiehandel" weiter zu entwickeln und dies in ihren jeweiligen Organisationen anzuregen. Gemeinsam lassen sich so die nächsten Schritte in Richtung eines synchronen Rollouts gehen. Das Versprechen, Kosten langfristig dramatisch zu reduzieren bei gleichzeitig hoher Systemverfügbarkeit in Verbindung mit der soforrtigen Abrechnung von Transaktionen erscheint dabei groß genug, um nächste Schritte in Form eines Proof-of-Concepts zu gehen.